The history

Warum wir einen eigenen Blog gründen

Ich sitze an meinem Schreibtisch in der hippen PR-Agentur im Schanzenviertel. Es ist ein großes Loft mit Kachelfenstern, durch welche ich die roten Backsteinwände des Hauses gegenüber betrachte. Die Telefone klingeln schrill und die Stimmen meiner Kollegen hallen durch das Großraumbüro. Sie sprechen mit Kunden, Journalisten und ab und an auch mal mit ihren Liebsten, die sie doch so früh am Morgen im Streit über die herumliegenden Pizzakartons verabschiedet hatten.

Meine Augen sind glasig, mein Blick streift langsam und planlos über meinen Computerbildschirm. Für einen Kunden, der Fisch und Meeresfrüchte verarbeitet, recherchiere ich gerade nach erfolgreichen Food-Blogs, mit denen sie kooperieren könnten. Meine Lider werden schwerer bis die bunten Bilder frischer Rohkost-Salate vor meinen Augen verschwimmen. Ok, keine Chance, ich brauche dringend einen Kaffee…

Wieder zurück am Schreibtisch (die heiße Tasse Kaffee mit beiden Händen umschlungen und den wohltuenden Duft nach frischgemahlenen Kaffeebohnen inhalierend) ist meine Konzentration endlich zurück. Ich durchforste einen Blog nach dem anderen, notiere mir Namen und Kontaktdaten der Food-Blogger und kritzle meine Gedanken dazu auf, welche Rezepturen sich mit den talentierten „Web-Köchen“ eignen könnten – von hausgemachten Fischstäbchen bis hin zum Mango-Lachs-Salat.

 

Like a brainwave

Ich hebe meine Tasse an die Lippen. Sie ist leer. Ich seufze und stelle sie ab. Mein Blick fängt wieder an durch den großen Raum zu schweifen. Plötzlich gerät das Tippen der Tastaturen an den anderen Schreibtischen in den Hintergrund. Die Sonnenstrahlen, die sich just in diesem Moment vor meinem Fenster durch die Wolken kämpfen, zwingen mich die Augen zu schließen. Vor meinem inneren Auge tanzen die Lichter und formen sich zu Bildern. Ich hatte schon so viele Blogs gesehen und selbst so viele Ideen gehabt. Mich überkommt eine überwältigende Euphorie, gleich selbst einen Blog anzulegen. Vor meinen Augen sehe ich ihn bereits: Optisch ansprechend und mit all den schönen Themen gefüttert, die mir durch den Kopf gehen. Als ich die Augen wieder öffne und mein Blick auf die Uhr fällt, wird mir klar, dass ich keine Zeit mehr zum Träumen habe. Ich arbeite weiter und verliere keinen weiteren Gedanken an ein eigenes Blog-Projekt. Als ich um halb 7 die Agentur verlasse, ist es draußen schon fast dunkel. Mein Kopf ist müde und ich trotte zur U-Bahn. Ich kann ja morgen weiter über einen eigenen Blog nachdenken…

 

2 years later…

Seitdem sind fast zwei Jahre vergangen. Ich schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit. „Partizipation der Krise. Wie können Unternehmen optimal auf potenzielle Krisensituationen vorbereitet sein und diese kommunikativ erfolgreich bewältigen?“. Es ist interessanter als es klingt. Dennoch veranlasst mich die trockene und zähe Auswertung von zig Medienveröffentlichungen dazu, hier und da mal mit meinen Gedanken abzuschweifen. Und auf einmal ist er wieder da. Der Gedanke daran, einen eigenen Blog zu gründen, auf dem ich texten kann, worauf ich Lust habe und mich in allem ausprobiere, was mir Spaß macht – das Fotografieren, Designen, Schreiben… und all das am liebsten mit den Menschen, mit denen ich ohnehin am liebsten meine Zeit verbringe –  meiner Familie, zumindest einem Teil davon. Drei Menschen, die mich mit ihrer Begeisterung für ihre jeweilige Passion ohnehin jeden Tag anstecken.

Mein Freund Dave zum Beispiel. Zugegeben nicht gerade uneigennützig aber dennoch voller Faszination beobachte ich ihn, wie ihn diese besondere Energie umgibt, sobald er in der Küche frische Lebensmittel aus dem Kühlschrank holt, mit Kräutern, Gewürzen und für mich undefinierbaren Gemüsesorten herumexperimentiert und mich schließlich auffordert: „Schatz, probier mal!“ und mir dabei einen kleinen Löffel seiner selbstkreierten Soße unter den Mund hält. „Hmmm“, mache ich, „was ist da drin?“. Sobald Dave damit beginnt, mir von seiner Idee zu dieser Komposition und der Zubereitung derselben zu berichten, setzen wie von selbst seine Hände ein, um seine fast schon poetische Erläuterung visuell zu unterstreichen. „…dann habe ich noch ein paar frische Tomaten kleingehakt und untergerührt…“, erklärt er und seine Hände fangen an, in der Luft eine schnelle und präzise Schneide-Bewegung nachzuahmen. „…und schließlich habe ich alles einkochen lassen.“, beendet er seine Ausführung und lächelt. „Das wird…“, er hält Daumen und Zeigefinger aneinander, berührt dabei seine Lippen und gibt ein Kuss-Geräusch zum Besten. Schnell decke ich den Tisch, damit es gleich direkt losgehen kann!

Aus seiner Zeit in einer Luxusküche vor einigen Jahren bringt er viel Wissen über Eigenschaften und Verhalten von Lebensmitteln und fantastische Rezepte mit. Aber das allein ist es nicht, was ich so inspirierend finde. Es ist die unbesiegbare Neugier und Kreativität beim Kochen, die er mit jeder Pore lebt. Deswegen denke ich, dass es Zeit ist, all seine Ideen festzuhalten und mit der Welt zu teilen. Nicht zuletzt, weil es ihn auch immer weiter antreibt, Neues auszuprobieren und seine wunderbaren Ideen dadurch nie verloren gehen.

 

Living on the brightest sides of life

Natürlich gibt es da draußen in den Weiten des World Wide Webs schon unzählige Foodblogs. Ebenso wie sich die Fashion- und Beautyblogs junger Frauen aneinanderreihen und sich tausendfach knallharte Kerle beim Pumpen auf der Hantelbank fotografieren und ihre Trainingspläne online mit ihrer Community teilen. Doch letzten Endes glaube ich, dass keines der Themen jemals für sich allein steht. Sie alle schenken uns mehr Lebensqualität, versüßen uns den Tag und geben uns ein Gefühl von Wohlbefinden und Ausgeglichenheit. Deswegen möchten wir uns diese Plattform auch gemeinsam teilen, um so viele schöne Artikel und Bilder aus den schönsten Bereichen des Lebens zu teilen, wie es unsere Jobs (und mein Studium)  zulassen. Dabei werden wir auch immer wieder zeigen, dass Kochen, Mode und Sport gar nicht so weit auseinanderliegen und sich stets miteinander kombinieren lassen. Freut euch also schonmal auf tolle Weihnachtsrezepte, winterlich-kuschelige Looks für die Festtage und ein paar Profitipps, die Weihnachtsgans wieder von den Hüften zu kriegen.

Wir fangen gerade erst an und haben nicht den Anspruch, bereits mit den „Großen“ mithalten zu können. Aber was nicht ist, kann ja noch werden… 😉

Viel Spaß,
Jane

 

Nächstes Mal: Warum meine Schwester schon immer ein Vorbild für mich war und wie mich ihre Fashion-Liebe damals wie heute beeinflusst.