Du bist, was du isst!

Aus gegebenem Anlass möchte ich Euch ein paar Worte zum Nachdenken mit auf den Weg geben, die mir sehr am Herzen liegen.

Ich bin zwar selbst kein Vegetarier, habe allerdings großen Respekt vor Menschen, die komplett auf Fleisch verzichten können. Ich esse sehr gerne Fleisch, da ich den Eigengeschmack und seine Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Gerichten sehr schätze. Jedoch finde ich, dass der Fleischkonsum in unserer heutigen Gesellschaft Überhand von inakzeptablen Maße angenommen hat. Fleisch sollte in meinen Augen ein Luxusgut bleiben, dass man mühevoll verarbeitet und bewusst genießt – Fertigfleischprodukte widerstreben hingegen allem, was unsere Ernährung durch andere Lebewesen begründet. Es fehlt ihm nahezu gänzlich an Fleischgeschmack, da das Produkt häufig zu einem homogenen Brei gehäckselt und mit Unmengen an Geschmacksverstärkern vermischt wurde. Ist es das wert gewesen?

Der Bezug zum Fleischprodukt scheint immer weniger hinterfragt zu werden und es fehlt an Achtsamkeit für die Tatsache, dass für das Schnitzel, die Wurst oder das Burgerpatty auf dem Teller ein Tier sterben musste.

Sollten wir nicht ein schärferes Bewusstsein für unsere Lebensmittel und die Lebewesen haben, deren Fleisch uns ernährt? Denn wer verdient es schon in qualvoller Massentierhaltung aufzuwachsen, bis zum Schlachtgewicht gemästet und mit Antibiotika vollgestopft durch halb Europa gefahren zu werden, um irgendwo dort, wo die Arbeitskräfte billig sind, den Fangschuss zu bekommen?

Ich möchte hier niemanden bekehren, Vegetarier zu werden, denn das bin ich ja auch nicht. Vielmehr möchte ich Euch dazu ermutigen, auf ein oder zwei Gerichte mit Fleisch in der Woche zu verzichten und Euch dafür dann aber mit einem richtig schönen Stück vom Hofladen oder Metzger nebenan zu belohnen. Damit tut ihr Euch etwas Gutes, fördert die regionale Produktion in Eurer Heimat und schont obendrein auch noch die Umwelt. Für den Hamburger Raum kann ich in Sachen Qualität, Regionalität und artgerechte Haltung die Fleischerei Fricke in Ellerbek empfehlen. Und seien wir mal ehrlich: Es tut auch verdammt gut zu wissen, richtig gehandelt zu haben!

Für mich ist besonders erschreckend, dass wir nur selten überhaupt noch wissen, was eigentlich in dem steckt, was wir essen, wo es herkommt und was für ein Leben es hatte. Die menschliche Kunst des Verdrängens scheint hier perfekt. Aber tut man sich damit wirklich einen Gefallen? Ganz nach dem Motto „Du bist, was du isst“ hat es jeder selbst in der Hand. Was bist Du?